*~~*~~ In dir selbst liegen die Sterne des Glücks ~~*~~*

Mittwoch, 14. April 2010

Das Leben kleben


Die Autorin: Marina Lewycka wurde nach dem Zweiten Weltkrieg als Kind ukrainischer Eltern in einem Flüchtlingslager in Kiel geboren und wuchs in England auf. Sie ist verheiratet, hat eine erwachsene Tochter, lebt in Sheffield und unterrichtet an der Sheffield Hallam University.

Georgie Sinclair hat gerade ihren Mann vor die Tür gesetzt, ihr Sohn entwickelt eine beunruhigende Vorliebe für Weltuntergangs-Websites, und ihren Job bei einem Klebstoff-Fachmagazin findet sie auch nur bedingt faszinierend. Da trifft sie eines Tages Mrs Shapiro, die allein in einem halb verfallenen alten Haus lebt. Die verschrobene Dame ist Jüdin und im Zweiten Weltkrieg nach London geflohen. Als Mrs Shapiro ins Krankenhaus muss, bittet sie Georgie, sich um das baufällige Haus zu kümmern. Gleich mit ihrer ersten Tat setzt sich Georgie gehörig in die Nesseln: Der Handwerker, den sie mit Reparaturen beauftragt, ist keineswegs Pakistani, wie sie dachte, sondern Palästinenser. Eine potenziell heikle Konstellation. Zusätzliche Komplikationen ergeben sich durch zwei geldgierige Immobilienmakler, eine arglistige Sozialarbeiterin und Georgies Ehemann ...


Der erste Satz: Als ich Wonderboy zum ersten Mal sah, pinkelte er mir ans Bein.

Ausgelöst durch einen Streit um das Befestigen eines Zahnbürstenhalters wird Georgie von ihrem Mann verlassen. Wütend entsorgt sie sein Hab und Gut in einem Container und beobachtet anschließend, wie Mrs. Shapiro dort Bücher und Schalplatten in einem alten Kinderwagen deponiert. Einen Kater dieser Dame hat Georgie schon vorher kennen gelernt, als er ihr ans Bein pinkelte. Das ist der Beginn einer Freundschaft der beiden Frauen. Georgie ist zunächst eher genervt von Mrs. Shapiro und doch hilft sie ihr bei der Versorgung ihrer sieben Katzen, als diese ins Krankenhaus muss. Als wenn Georgie nicht schon genug eigene Sorgen hätte, entwickeln sich weitere Schwierigkeiten in diesem Zusammenhang. Da wären unter anderem zwei Makler, die es auf das Haus der alten Dame abgesehen haben, der palästinensische Handwerker Mr. Ali mit seinem Neffen und dessen Freund, für die eine Unterkunft gefunden werden muss. Zudem scheint Mrs. Sahpiro, eine Jüdin, ein Geheimnis mit sich zu tragen, dem Georgie auf die Spur kommen möchte.

Ein sehr humorvoll und unterhaltsam geschriebenes Buch, das trotzdem auch tiefsinnig ist und zeigt, dass ein Miteinanderleben und Auskommen trotz verschiedener Religionen und Herkunft sehr gut möglich ist, wenn man seinen Mitmenschen gegenüber tolerant ist und auf sie zugeht.


Kommentare:

  1. Leider hab ich zur zeit so gar keine zeit zum Lesen, aber es ist schön, wenn es dir gefallen hat

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  2. Liebe Coco,
    das hört sich ganz nach meinem Geschmack an.
    du hast es selbst schon gelesen, ja?
    Werd´gleich mal zu amazon rüber klicken. Danke für den Tipp !!!
    Mit so was bist du bei mir immer richtig :o)
    Herzliche Grüße
    Gabi

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  3. Huhu Coco....
    oh je ein Buch.... sind wir wieder beim Thema... ich les fast gar nicht...
    hoffe Deiner nichtschreienden Hortensie gehts gut ... hi hi.. glg Susi

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  4. Hallo Coco,

    danke für den Buchtipp.

    Wenn meine Vorräte ausgelesen sind werde ich es mir mal leihen!

    Liebe Grüße

    Melanie

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  5. Das notier ich mir doch gleich mal - Danke für den Tipp :)

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  6. wenn ich nur nicht so blöde schinken lesen MÜSSTE im moment... dann würd ich mir auch mal wieder so ein nettes buch gönnen. aber danke für den tip.

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  7. Huhuuu Coco,

    das Buch klingt richtig toll, von allem was dabei und bestimmt spannend. Wäre genau die richtige Lektüre für so einen verregneten Tag wie heute :o))

    Wünsch dir noch einen schönen Abend und schick wie immer gaaanz viele liebe Grüße

    Sonja

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  8. Hallo liebe Coco,
    das ist bestimmt interessant für Leseratten. Selbst les' ich fast nur Fachliteratur, also Sachbücher.
    Mal einen Gedichtband oder in der Bibel.
    Danke auch für Deine Sichtweise zu dem Stuhl meiner Mutter. In dem Alter hat man es gerne "schön", was man damals als landläufig schön ansah. Alt und abgeschabt, also wie man es heute "auf shabby" streicht, kommt dieser Generation oft suspekt vor, zumal alles "von allein" schon schäbig wird ;-) Verständlich!
    Ich persönlich finde aber auch zu shabby nicht so sehr schön und streiche wenn, dann mehr reinweiss.

    Herzlicher Gruß
    Sara

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  9. Huhu liebe Coco :)

    das hört sich sehr interessant an ..oh, ich "sollte" auch mal wieder was lesen. Eine Zeitlang hab ich die Bücher verschlungen, aber jetzt hat das Stricken (und "Lost"-Gucken *gg*) absoluten Vorrang :)

    Ein Gingko! toll!! die Bäume find ich ganz wunderbar. Pfingstrosen sind auch schön ..gutes Gedeihen deinen "Neuzugängen" :)

    Liebe Grüsse an dich,
    Ocean

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  10. @Shoushou: Du liest ja auch viele Blogs und Twitter, da fällt man um 21.00 Uhr ins Bett *grins*

    @Gabi: Klar, die Bücher, die ich vorstelle, habe ich auch selbst gelesen.

    @Susi: Die Hortensie hat auch gestern nur geflüstert ;o) Aber heute pflanze ich sie ganz bestimmt ein.

    @Melanie: Ich habe auch immer einen ziemlich hohen SUB hier liegen.

    @Schäfchen: Das Buch ist echt lesenwert.

    @Soisses: Manchmal geht die Pflicht eben vor.

    @Sonja; Bei Regen gibt's nichts besseres als sich mit einem Buch und einem Kaffee auf das Sofa zu verdrücken :o)

    @Sara: Sachbücher lese ich zwischendurch auch ganz gerne.

    @Ocean: Ich habe auch immer Phasen, in denen verschiedene Aktionen Priorität haben, wobei Bücher allerdings immer noch so nebenbei gehen ;o)

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  11. Das erste Buch von dieser Autorin habe ich sehr genossen, die kurze Geschichte des Traktors auf Ukrainisch. Und auch dieses Buch habe ich wieder auf meiner Liste, einmal schauen, ob ich die Zeit dafür finde. Es gibt einfach so viele Bücher.
    Liebe Grüße von Margot

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  12. @Margot: Mich hat das Buch total begeistert. Mit 450 Seiten habe ich auch 'ne ganze Weile gebraucht, um es durchzulesen.

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